VDMA: Klimaschutz braucht neue Technologien wie Power-to-X

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Der Maschinenbau sieht sich in der Verantwortung, neue Lösungen zur Erreichung der Pariser Klimaziele zu finden. Power-to-X ist eine erfolgversprechende Technologie, die jetzt reif ist für den Einsatz im Normalbetrieb. Auch die Politik hat das Potential inzwischen erkannt, das in der Umwandlung von grünem Strom steckt.

In der aktuellen Klimadebatte gewinnt die Umwandlung von grünem Strom in andere Energieträger wie Gas oder Flüssigbrennstoffe (Power-to-X, P2X) immer mehr an Bedeutung. Nach dem Wirtschafts- und Verkehrsministerium hat nun auch das Umweltministerium angekündigt, seine Aktivitäten auf diesem Feld zu intensivieren.  Die VDMA-Arbeitsgemeinschaft Power-to-X for Applications (P2X4A) unterstützt diese wachsende Bereitschaft, Klimaschutz ambitioniert voranzutreiben und bietet sich als Partner für die Weiterentwicklung dieser vielversprechenden Technologie an. „Der Klimaschutz gehört zu den zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Power-to-X ist eine Schlüsseltechnologie, die in den Sektoren Verkehr und Industrie einen wichtigen Beitrag zur Klimaneutralität leisten kann. Gleichzeitig trägt P2X als Energiespeicher zur Versorgungssicherheit im Energiesystem bei“, sagt Peter Müller-Baum, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft. 

Die Maschinen- und Anlagenbauer sehen sich in der Verantwortung, die geeigneten technischen Lösungen für den Klimaschutz zu entwickeln. In einem Brief an Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat der VDMA aber deutlich gemacht, dass ein Nebeneinander der verschiedenen Ressorts auf dem Feld von P2X nicht zielführend ist. Wichtig ist zudem, Power-to-X technologieneutral weiterzuentwickeln und bestimmte Anwendungen nicht von vorneherein auszuschließen. Im Transportsektor werden langfristig flüssige und gasförmige Kraftstoffe auf Basis von P2X insbesondere im Flug-, Schiffs- und Straßengüterverkehr sowie in der Landtechnik und für Baumaschinen notwendig sein. Doch auch im Straßenverkehr können sogenannte eFuels zum Einsatz kommen. Dort können sie den zeitnahen Ausbau der Elektromobilität und der Brennstoffzellentechnologie ergänzen.

„Die Anlagenbauer haben in verschiedenen Demonstrationsanlagen in Deutschland gezeigt, dass P2X reif für den Einsatz im Normalbetrieb ist,“ erläutert Müller-Baum. „Jetzt müssen wir Anlagen im großindustriellen Maßstab bauen. Nur so kann die deutsche Industrie heimische Projekte vorweisen, wenn wir auf internationaler Ebene für solche Lösungen werben wollen.“ Die Arbeitsgemeinschaft Power-to-X for Applications setzt sich dafür ein, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen entsprechend technologieoffen gestaltet werden. Zentral hierfür ist die Umgestaltung des heutigen Systems der Energiebepreisung. CO2-intensive Energieträger müssen einen höheren Preis haben als diejenigen, die weniger CO2-intensiv sind.  Die aktuelle politische Debatte über eine CO2-Bepreisung in der Politik liefert eine große Chance für eine entsprechende Reform. Der VDMA hat dazu ein Gutachten erstellen lassen, das eine aufkommensneutrale Umgestaltung der Energieträgerbelastung nach ihrer Klimaschädlichkeit vorsieht. Aus den Vorschlägen dieses Gutachtens ergäbe sich ein Einstiegspreis von 110 Euro je Tonne CO2 (https://p2x4a.vdma.org/viewer/-/v2article/render/37142088).