EU-Wasserstoffstrategie: 14 Verbände fordern Mut und Tempo

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Eine europäische Wasserstoffstrategie ist von überragender Bedeutung für wettbewerbsfähige industrielle Wertschöpfungsketten und die Bekämpfung des Klimawandels.

Zur erwarteten Verabschiedung einer Europäischen Wasserstoffstrategie haben sich jetzt der VDMA und 13 weitere Verbände in einem offenen Brief an den Kommissar für Klimaschutz und geschäftsführenden Vizepräsidenten der EU-Kommission Frans Timmermans sowie an fünf weitere EU-Kommissare gewandt. Die Verbände betonen darin die überragende Bedeutung einer europäischen Wasserstoffstrategie für wettbewerbsfähige industrielle Wertschöpfungsketten und die Bekämpfung des Klimawandels. Die Strategie sei die Grundlage für eine gemeinsame Vision für die Rolle von Wasserstoff, abgeleiteten Kraftstoffen, Gasen und Rohstoffen in unserer Gesellschaft, im internationalen Handel, für die industrielle Stärke Europas und seine weltweite Führungsrolle bei Klimaschutzmaßnahmen.

Fünf wichtige Prinzipien gilt es zu beachten, um Wasserstoff zu einer Erfolgsgeschichte zu machen:

  1. Die Strategie muss ambitioniert sein: Eine neue wettbewerbsfähige Industrie soll entstehen, die den europäischen und globalen Märkten dient, neue Arbeitsplätze schafft, bestehende Arbeitsplätze erhält und Klimaneutralität ermöglicht.
  2. CO2 muss die Messgröße sein, an der alle Technologien zur Herstellung von sauberem Wasserstoff und daraus gewonnenen Gasen, Kraftstoffen oder Rohstoffen gemessen werden.
  3. Massive Investitionen in nachhaltige Energie sind vonnöten: Die Mitgliedstaaten müssen kosteneffiziente Investitionen in inländische erneuerbare Energien beschleunigen. Europa braucht eine Importstrategie, um die weltweit besten Standorte für Wind- und Sonnenenergie zu nutzen. Drittens muss Europa internationale Lieferketten für sauberen Wasserstoff und nachhaltige Kraftstoffe etablieren.
  4. Jeder Sektor soll seinen Weg zur CO2-Neutralität frei wählen können. Statt den Einsatz bestimmter klimaneutraler Energieträger auf bestimmte Sektoren zu beschränken ist Technologieoffenheit gefragt.
  5. Es muss schnell gehandelt werden. Marktnahe Chancen sollten priorisiert werden.

Unterzeichnet haben den Brief der VDMA, der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI), der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BdEW), CO2 Value Europe, die European Association of Automotive Suppliers (CLEPA), die European Engine Power Plants Association (EUGINE), EUTurbines, die Global Alliance Powerfuels, das Hydrogen Council, Hydrogen Europe, der Mineralölwirtschaftsverband e.V. (MWV), die Mittelständische Energiewirtschaft Deutschland e.V. (MEW), UPEI sowie der Verband der Automobilindustie (VDA).